Inhalt
Keine Gesundheit
Ohne Hörgesundheit
Der Gesundheitsbegriff wird im öffentlichen Bewusstsein meistens nur mit guten Leberwerten, normalem Blutdruck und einem einwandfreien Elektrokardiogramm verbunden. Doch kaum jemand denkt daran, dass auch gutes Hören zur Gesundheit gehört.
Wenn alle wichtigen Konsumbedürfnisse befriedigt sind besinnt sich der Mensch gerne auf das höchste Gut, dass man besitzen kann: die Gesundheit. Die Deutschen drehen schon früh morgens ihre Runden, hanteln, heben und schwitzen , strampeln für das Belastungs-EKG, lassen sich für einen Lebertest in die Venen stechen und mit einer glitschig kalten Sonde über den Bauch fahren. Sie sind besorgt um ihre Zahngesundheit, aber wer geht schon zur Hörvorsorge?
Wer spricht von Hörgesundheit?
Sinnesorgane, und vor allen voran das Hörorgan ist wichtig für unsere mentale und physische Fitness.
Die Internisten, Urologen und Kardiologen haben es besser als ihre HNO Kollegen.
Interessiert richten die Menschen gezielt ihr Hauptaugenmerk auf die Gesundheitsformeln die „in“ sind. Man ist aufgeklärt über Nahrungsergänzungen, Cholesterinwerte oder sogar Anti-Aging Programme. Dadurch zeigt man Aufgeschlossenheit, Informationslust und Körperbewusstsein.
Wird der Patient aber durch den Arzt oder seiner Umgebung auf seine Schwerhörigkeit angesprochen, wird dies oft als Unterstellung oder Indiskretion empfunden und mit einem spontanen:„Ich höre doch gut!“ oder „Du sprichst ja immer so undeutlich!“ abgewertet.
Ganz anders ist es mit dem, der sich mit dem Thema Schwerhörigkeit beschäftigt. Der hat vermutlich einen guten Grund. Wahrscheinlich ist er „betroffen“ oder gar „ behindert“, auf jeden Fall ist er „alt“.
Das dies nicht der Realität entspricht, gab Halle Berry, Bond Girl und Oscar Preisträgerin bereits 2003 öffentlich zu. Vor allen Dingen stark betroffen, sind Musiker, die in jungen Jahren die Notwendigkeit des Gehörschutzes nicht sahen und später mit unter den irreparablen Schäden des Gehörs litten und leiden.
Das Thema ist immer noch mit Scham und Mitleid behaftet. Dabei gehört es unmittelbar zum Thema Gesundheit und sollte mit der gleichen Selbstverständlichkeit diskutiert werden, wie alle anderen Gesundheitsthemen auch.
Das Gehör ist die Schnittstelle zur Welt, deshalb ohne Gehör kein Input für das Gehirn, ohne Hirnaktivität keine Hirnleistung, ohne Training des Gehirns keine neuen neuronalen Vernetzungen, ohne neuronales Wachstum keine mentale und motorische Fitness, ohne geistige und körperliche Leistungsfähigkeit keine Gesundheit, denn „Hören“ bedeutet Lebensqualität in jedem Alter.
Susanne Bosse (Heilpraktikerin für Psychotherapie)
und Hörakustik in Clinica Médica Dr.M.B.Makki
hier eingeben |